08.09.2026
Pisa-Studie: Handwerk braucht solides Fundament für Ausbildung
Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Pisa Studie 2025 bestätigt die Erfahrungen vieler Handwerksbetriebe aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet: Immer mehr Jugendliche starten mit mangelnden Grundkompetenzen im Lesen und Rechnen sowie in den Naturwissenschaften in eine duale Ausbildung. Das führt zu erheblichen Problemen im Ausbildungsalltag – im Betrieb und in der Berufsschule – und kann den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung gefährden. Ausbildende Handwerksbetriebe brauchen Nachwuchs mit einer soliden schulischen Bildung – gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel in den Gewerken, so die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK) Susanne Haus.
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(Frankfurt, 08.09.2026) Azubis, die die Fläche einer Wand und die dafür benötigte Menge an Farbe nicht mehr ausrechnen können. Azubis, die zwar praktisch fit sind, aber die Aufgaben einer schriftlichen Prüfung nicht lösen können, weil ihnen die nötige Lesekompetenz fehlt. Oder Azubis, die Schwierigkeiten haben, technische Zeichnungen, Arbeitsanweisungen oder Sicherheitsvorschriften zu verstehen. Was nach Einzelfällen klingt, ist für viele Handwerksbetriebe der Region bereits herausfordernder Alltag. Denn für die Ausbilderinnen und Ausbilder bedeutet das: viel Nachhilfe geben und Zeit aufwenden für etwas, das jenseits der Ausbildungsinhalte liegt – oder besser: ihr Fundament sein sollte. Bereits in einer Umfrage der HWK aus dem Jahr 2022 gaben 44,7 Prozent der befragten Betriebe an, dass ihnen höhere Kompetenzen der Jugendlichen im Rechnen, Lesen und Schreiben das Ausbilden erleichtern würden.
„Jugendliche brauchen keine Einser in allen Fächern – aber wir brauchen praktisch begabte Auszubildende, die rechnen, Texte verstehen und Zusammenhänge erkennen können. Eine gelingende Ausbildung beginnt nicht erst am ersten Tag im Betrieb, vielmehr fußt sie auf einer soliden schulischen Ausbildung. Das sollte unser gemeinsames Verständnis sein“, so Handwerkskammer Präsidentin Susanne Haus.
Das neue Bildungschancenpaket in Hessen lege den Fokus auf die Förderung der Grundkompetenzen und das sei zu begrüßen, in den nächsten Jahren komme es nun auf messbare Veränderungen an, so die HWK-Präsidentin.
Über die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ist als Körperschaft öffentlichen Rechts erste Ansprechpartnerin für mehr als 33.000 Handwerksbetriebe mit knapp 170.000 Beschäftigten und rund 9.000 Auszubildenden in der Metropolregion Rhein-Main (Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus, Groß-Gerau, Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Odenwald sowie die kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach). Die Mitgliedsbetriebe der Kammer generierten einen Umsatz in Höhe von 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2025. Zu den Kernaufgaben der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zählen neben Aspekten der hoheitlichen Selbstverwaltung des Handwerks - wie etwa Ausbildung, Prüfungswesen und Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle - auch berufliche Bildungsangebote, Nachwuchskräfteförderung und vielfältige Beratungsangebote für Betriebsinhaber, wie beispielsweise zu Themen der Betriebsübergabe an nachfolgende Generationen. Als Botschafter des Handwerks zählt auch die Interessensvertretung auf regionaler, Bundes- sowie EU-Ebene zu den Aufgaben der Handwerkskammer. www.handwerkskammer-rhein-main.de